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Der Wohnsitz von Jean de Sperati, seiner Frau Louisette und Tochter Yvonne befand sich von den 1930er-Jahren bis zu seinem Tod in Aix-les-Bains am Boulevard de la Roche du Roi. (Fotos: Michael Burzan & PhilaTec)

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Die Villa „Clair de Lune“ (Mondschein) wurde 1914 nach Plänen des Architekten Jules Fanton erbaut und ist noch heute erhalten. Sie bietet einen großzügigen Blick über die Stadt bis auf den See und das umgebende Gebirge der Voralpen mit dem „Dent du Chat“ (Katzenzahn).

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Im Lauf des Jahres 1935 wurde die Villa von Jean de Sperati gemietet und 1948 von seinem Schwiegersohn erworben. Heute verweist die Stadtgeschichte darauf, dass Jean de Sperati als berühmter Bewohner mit der Historie des Gebäudes verbunden ist (www.patrimoine.rhonealpes.fr).

Lucette Blanc-Girardet beschreibt in ihrer Sperati-Biografie nach Erzählungen seiner Tochter Yvonne das Alltagsleben in ihrem Elternhaus. Jean de Sperati stand täglich um sechs Uhr auf und begann den Tag mit Gymnastik auf der Terrasse, gerne Goethe in der Originalsprache deklamierend – dies sei nach seinen Worten „sehr gut für die Atmung“. In den unteren Etagen richtete er sein Büro und Arbeitszimmer, ein Labor und eine Dunkelkammer ein. Dort verbrachte er Tage und manche Nächte, wie seine Tochter dann morgens am Geruch der Chemikalien bemerken konnte, der durch den turmähnlichen Aufgang bis zu ihren beiden oben gelegenen Zimmern gestiegen war.

Sperati liebte das Angeln, vertrat Savoyen sogar bei einem nationalen Wettbewerb; er führte philosophische Diskussionen mit einem befreundeten Maler und Schmuckdesigner, Cyril Constantin (1904-1995), reiste häufig zu philatelistischen Veranstaltungen und Ausstellungen, pflegte Kontakte zu Händlern über die ganze Welt.

Unten: Architektur-Zeichnung zur „Villa Clair de Lune“ in Aix-les-Bains, erbaut vor 100 Jahren, in der Jean de Sperati von 1935 bis zu seinem Lebensende residierte.sperati-villa-plan-1A

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