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Liebesgrüße per Ansichtskarten

Im Jahr 1913 war die Korrespondenz zwischen Sperati und seiner Verlobten besonders intensiv. In jener Zeit unternahm er verschiedene Reisen, die sich mit Ansichtskarten belegen lassen. Am 22. April 1913 schrieb er ihr mehrere Exemplare aus der damals deutschen Stadt Straßburg an eine neue Adresse in Joinville-le-Pont, südöstlich von Paris gelegen, signiert „Jeannot & Ninette“.

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Danach reiste er in die Schweiz und schickte Karten aus Basel und La Chaux-de-Fonds, einem Zentrum der Druckindustrie. Eine der farbigen Lithographien zeigt die geschichtsträchtige Kirche, die zum Nationalheiligtum erklärt worden war, mit einem Druckfehler in der Beschriftung „Grand Temqle National…“ (statt „Temple“). Sicher war Sperati diese Besonderheit in der Auflage der „Editions Art. Perrochet u. David“ aufgefallen…

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Ein anderes Motiv mit einer verschneiten Winterszene beklebte er auf der Bildseite mit dem „Tellknaben“ zu fünf Rappen. Als Beleg für die sprichwörtliche „Schweizer Gründlichkeit“ erhielt die Karte den postalischen zweisprachigen Zusatzstempel „Affranchissement au verso / Frankatur siehe Rückseite“.

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Nicht verschickt wurde eine Karte mit der handschriftlichen Bezeichnung „Souvenir du mois d’Avril 1913 avec loulou en Allemagne.“, unvollständig adressiert „A Joinville Le Pont / Jeannot et Ninette“. Sie trägt eine farbige Bildseite „Stuttgart – Johanniskirche mit Feuersee“, hergestellt von der „Graphophot G.m.b.H., Berlin 8W, 68 – No.6“. Das bedeutende Bauwerk der Neugotik wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Beim Wiederaufbau ließ man den Turm unvollendet, ein bleibendes Mahnmal gegen den Krieg.

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Am 10. Mai 1913 hielt sich Sperati in Köln auf, wie weitere Ansichten vom Dom und mit Blick über den Rhein auf die Altstadt zeigen. Gekürzt adressiert an einen neuen Wohnsitz von „Mlle Ma Lu Corne“ bei Madame Gilles in Belfort, klebte ihr Verlobter die Germania-Frankatur zu fünf Pfennig rechts oben auf die Bildseite und schrieb verso auf Deutsch „Marke Rückseite“.

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