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In der DBZ Deutsche Briefmarken-Zeitung haben wir 2014 die Erstausgaben des „WM-Landes 2014“ Brasilien als drittälteste Postwertzeichen der Welt etwas näher betrachtet. Dass sich auch der berühmteste „Briefmarken-Fälscher“ der Welt, Jean de Sperati (1884-1957) mit dieser Ausgabe befasst hat, kann man durchaus als Zeichen ihrer Würdigung verstehen. Die Originalvorlagen für die ersten Briefmarken Brasiliens von 1843 wurden von der kaiserlichen Münze in Stahl gestochen und bei der staatlichen Wertpapierdruckerei gefertigt. Es gehört schon einiger Mut dazu, möglichst perfekte Reproduktionen dieser raffiniert verzierten Wertzeichen in der fotografischen Technik Speratis anzufertigen. Wenn man allerdings betrachtet, wie schwach die Wiedergabe der Originale in damaligen Katalogen wirkt, kann man leicht verstehen, dass es durchaus Kunden gab, die seine Produkte als attraktiv gelungene „Lückenfüller“ zu schätzen wussten…

Auch heute noch können sich die Kurse für anerkannte Stücke aus Speratis Produktion sehen lassen. Bei einer Auktion kamen zwei Exemplare zum Ausruf, die zudem mit imitierten Stempeln versehen und auf der Rückseite mit der Signatur „Jean de Sperati“ mit Bleistift gekennzeichnet waren. Sie stammten demnach nicht aus den Reproduktionen, die den Bänden beigelegt wurden, die 1955 in London über Speratis Werk bei der British Philatelic Association erschienen.

Katalognummer 2, mit den “Bull Eyes” aus 1843 in der Wertstufe „60“, mit breiten Rändern und großem Stempelteil, startete als Sperati-Produkt mit 80 Euro und kostete 120 plus Aufgeld. Für die Nr. 3 zu „90“ als signierte „Sperati forgery“ mit ungleich breiten, „natürlich“ wirkenden Rändern und schönem Teilstempel, wurden 140 statt 80 Euro verbucht (Fa. Heinrich Köhler, Wiesbaden).

Durchaus möglich, dass Speratis Reproduktionen etwa zeitgleich mit den Jubiläumsausgaben „100 Jahre brasilianische Briefmarken“ vom August 1943 entstanden. Das „CENTENARIO DO SELO POSTAL“ feierte Brasiliens Post gleich mit mehreren Werten und Emissionen, die in der Bildgestaltung an die Erstlinge erinnern.

Michael Burzan

(Auszug aus DBZ 18/2014, Markt & Marken: „Ochsenaugen hoch 3“, Folge III / Neuversionen des Brasilien-Trios)

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